PIAs Vision 4.0

Veröffentlicht am May 20, 2019
in Kategorie
Automation 4.0
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Thomas Ernst, CSO der PIA Gruppe, im Gespräch über Industrie 4.0, Digitalisierung und PIAs Vision 4.0.

Wenn Sie die „Industrie 4.0-Brille“ aufsetzen, Herr Ernst, was sehen Sie?

Ich sehe ein großes Potential für unsere Kunden, den Maschinenbau und für PIA, also eine echte Win-Win-Situation für alle. Mit I4.0 können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit ausbauen, die Produktivität und Innovationskraft steigern sowie künftig auch ganz neue Geschäftsmodelle etablieren.

Die letzten Jahre waren hauptsächlich geprägt von Diskussionen über I4.0 und was es bedeutet. Nun sehe ich bei unseren Kunden auch den konkreten Willen, die Lösungen, Methoden und Techniken anzuwenden. Am Ende geht es darum, was unsere Kunden benötigen und einsetzen können. Hier sind wir als führender Hersteller von Automatisierungslösungen gefragt, mit unseren Partnern, unseren Kunden entsprechende Lösungen anzubieten.

Ein wichtiger Teil von I4.0 ist Big Data und Data Mining, die deren Entwicklung maßgeblich mitbestimmen. PIA macht sich diese Daten für verschiedene Auswertungen zu Nutze, indem auf Basis historischer Daten und unter Verwendung prädiktiver Methoden zukünftige Zustände antizipiert werden. Mit I4.0 Lösungen stellt PIA einerseits seinen Kunden die Technologie für wesentliche Produktivitätssteigerungen bereit und verhilft zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in den dynamisch vernetzten Märkten der Zukunft. Andererseits nutzt PIA diese Evolution auch im Inneren, um auf Basis von Echtzeit-Daten besseres Engineering zu betreiben.


Wo beginnt I4.0 bei PIA und wo hört sie auf?

Je nach Kundenwunsch setzen wir I4.0 entlang des gesamten Produktlebenszyklus ein. Das reicht von der Konzeptphase, mit dem Einsatz von 3D Simulationen und VR, über den Digitalen Zwilling und I/O-Link bis in die Produktionsphase, wo unsere Applikation piaOptimum die Engpässe in komplex verketteten Montageanlagen ermittelt und dank Datentransparenz die schnelle und nachhaltige Optimierung der Produktionseffizienz ermöglicht. Im Bereich der weltweiten Serviceunterstützung werden wir vom reinen Hotline-Service zu echten Smart-Serviceprodukten und -Tools wechseln, Stichwort Predictive Maintenance, Datenbrille, Augmented Reality.


piaOptimum ist ja bereits im Einsatz. Welche zukünftigen Funktionalitäten sind geplant?

Hier möchte ich 2 hervorheben: (1) Vorschläge für Optimierungsmaßnahmen auf Basis der Erkennung wiederkehrender Fehlerbilder/-muster. Stichwort: KI. (2) prädiktive/präventive Instandhaltung: Meldungen von smarten Komponenten (Zylinder, Achsen, Sensoren etc.) werden von piaOptimum entgegengenommen und an PIA Customer Service Center elektronisch gemeldet. Stichwort: Smart Service.

Was steht im Fokus von PIAs I4.0 Vision?

Wir wollen mit PIA 4.0 unsere Position auf dem globalen Markt weiter ausbauen und unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten – ganz nach dem Motto: Raus aus der Vision, rein in die Praxis. Beispiel dafür sind digitale Zwillinge unserer Montageanlagen, die Durchlaufzeiten und Umbauzeiten reduzieren und Fehler frühzeitig erkennen. All unsere I4.0 Maßnahmen sind Puzzleteile dieses digitalen Abbilds von PIA Anlagen. Sie ermöglichen simulationsgestützte Optimierungen und eine intelligentere Gesamtlinien-Steuerung. I4.0 wird es uns zukünftig ermöglichen, eine individuelle Produktion im Stil einer Massenfertigung umzusetzen; also Losgröße 1 bei gleicher Effizienz wie bei einer Massenfertigung. Und all dies mit einer erhöhten Produktivität durch Smart Services.


Wie soll die Umsetzung dieser Vision erfolgen?

Dies ist eine sehr gute und berechtigte Frage, denn viele Visionen bleiben oftmals eine Vision und scheitern an der Umsetzung. Wir haben dies erkannt und schon vor einigen Jahren die Weichen gestellt und eine eigene I4.0 Abteilung an unserem Standort in Österreich geschaffen. Dort arbeiten über 10 Mitarbeiter an diesen I4.0 Lösungen. Seit 1. April verstärkt und verantwortet Claude Eisenmann die Digitalisierungsmaßnahmen in der PIA Gruppe in seiner neuen Funktion als Chief Digital Officer. Mit zusätzlichen Experten und Spezialisten aus weiteren 5 PIA Standorten, sowie mit ausgewählten Partnern setzt Herr Eisenmann die Vision „PIA 4.0“ in die Realität um. Mit dem großen Wissen und Erfahrungsschatz innerhalb der PIA Gruppe und den vereinten Kräften kommen wir schnell raus aus der Vision und rein in die Praxis.

Thomas Ernst erklärt in einem Podcast, wie VR und Simulationen Schwachstellen aufdecken, um die Ausbringung von Maschinen zu steigern.