Antrieb für die Zukunft

Veröffentlicht am Dec 2, 2019
in Kategorie
Neues von den Standorten
Share

Die modular aufgebauten Produktionseinheiten von PIA umfassen alle Maschinen und Einrichtungen, die zur Montage und Prüfung von Antriebsstrangaggregaten benötigt werden. Zahlreiche Technologieentwicklungen im Antriebsstrang basieren auf automatisierten Verfahren, die bei PIA erdacht und immer weiter ausgereift wurden. Mehr über PIAs Powertrain Production Systems (PPS) berichtet Jochen Prassl, Powertrain-Experte von PIA Austria.

Seit wann beschäftigt sich PIA mit Powertrain?

Das erste Powertrain-Projekt liegt bereits über 20 Jahre in der Vergangenheit: 1998 bekamen wir von Magna den Auftrag, eine Montagelinie für den Allradantrieb eines französischen Kompaktvans zu bauen. Nach und nach kamen weitere Aufträge und Kunden dazu. Heute ist der österreichische Standort das Powertrain-Kompetenzzentrum der PIA-Gruppe und zählt zu den Marktführern bei der Herstellung von Produktionsanlagen für Antriebsstrangkomponenten in Europa und Nordamerika.

Wer sind PIAs Kunden?

Unsere Kunden sind sowohl etablierte OEM, wie BMW, Daimler und VW, als auch globale Tier-1-Lieferanten. Dazu zählen beispielsweise American Axle & Manufacturing (AAM), Linamar, Magna und ZF.

Welche Komponenten werden auf PIA-Anlagen gefertigt?

Wir sind ein Sondermaschinenbauer und liefern Montageanlagen für die unterschiedlichsten Montageprozesse mit den dazu erforderlichen Messprozessen zur Gewährleistung der geforderten Qualität. Im Bereich Powertrain haben wir uns aber auf folgende Komponente spezialisiert: Verteilergetriebe für die Hinter- und Vorderachse, Transfer Cases (Verteilergetriebe zwischen Vorder- und Hinterachse) und Power Take-Off Units (Nebenabtriebe für die Vorder- oder Hinterachse).

All diese Komponenten sind High-End Bauteile. Welche Lösung bietet PIA, um diese kostengünstig zu produzieren?

Die Lösung steckt in baukastenförmigen Produktionsanlagen: Die Powertrain Production System (PPS) Modulserie von PIA vereint Innovation, Qualität und Wirtschaftlichkeit. Die modular aufgebauten Produktionseinheiten umfassen alle Maschinen, die zur Montage und Prüfung von Antriebsstrangaggregaten benötigt werden: Von Schweißzellen über Messstationen bis hin zu Prüfständen. Und das Beste: PIA liefert dem Kunden Turnkey-Lösungen, also schlüsselfertige Anlagen aus einer Hand.

Jochen Prassl (PIA Austria, Sales Manager)

"PIA liefert dem Kunden Turnkey-Lösungen, also schlüsselfertige Anlagen aus einer Hand."

Welches Spezial-Know-how hat PIA im Bereich Powertrain?

Hier ist ganz klar unsere Messtechnik-Expertise an erster Stelle zu nennen. Egal ob es sich um die Messung von Reibwerten, Höhen oder Durchmessern handelt: wir haben das Spezial-Know-how und messen µm-genau. Weiters zu nennen ist das Einstellen von Radsätzen (Ermittlung der Ausgleichsscheiben), die Verdrehflankenspielmessung (Kontrolle des Zahnflankenspiels) und das Laserschweißen. Nicht zu vergessen sind unsere End-of-Line Prüfstände, wo z.B. Kupplungs- und Körperschallprüfungen durchgeführt werden.

Sehen wir uns das Laserschweißen genauer an: Was ist hier das Besondere?

Nehmen wir unsere Laserschweißzelle LC300 als Beispiel: Diese Zelle wurde entwickelt, um Axial- und Radialrundnähte mit hoher Präzision und Wiederholgenauigkeit für große Serien zu schweißen. Durch den integrierten Rundschalttisch können vor- oder nachgelagerte Prozesse, wie zB. Fügen oder Laserreinigen von Bauteilen, in die LC300 integriert werden. Die Flexibilität der LC300 setzt sich auch bei den einsetzbaren Komponenten sämtlicher gängigen Hersteller fort. Direkt nach der Laserschweißzelle ermöglicht ein flexibles, zerstörungsfreies Ultraschall-Prüfsystem eine automatisierte tauch oder tauchfreie inline Schweißnahtprüfung. Ein sicherer Einsatz der Lasertechnologie ist maßgeblich für einen langfristigen Erfolg. Daher bieten wir Lösungen an, die die Qualität und Sicherheit der Prozesse gewährleisten.

Was sind die Herausforderungen bei der Fertigung von Montagelinien für Powertrain-Komponenten?

Neben den äußerst komplexen Prozessen innerhalb einer Powertrain-Montagelinie, stellen die Anforderung der Kunden eine große Herausforderung dar: hoher Qualitätsanspruch, niedrige Nacharbeits- und NIO Raten sowie hohe Verfügbarkeit der Montagelinie sind hier zu nennen.

Wie sieht es mit den Taktzeiten solcher Montagelinien aus?

Hier gibt es eine relativ große Bandbreite, die von high volume assembly lines von unter 20 Sekunden bis zu low volume lines von über 5 Minuten reicht. Aber weder die Taktzeit noch die Größe einer Anlage ist entscheidend. Viel mehr kommt es bei unseren Montagelinien auf Qualität, Prozesssicherheit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit an. Das sind die Punkte, die für den Kunden zählen.

Arbeitet PIA Austria mit anderen PIA-Standorten zusammen?

Ja! PIA ist ein One-Stop-Solution Provider, der die Stärken und Kompetenzen all seiner Standorte nutzt. Wir entwickeln Automatisierungslösungen, maßgeschneidert für die Produkte und Anforderungen des Kunden. Organisiert in Strategic Business Units, die mit Eigenverantwortung agieren, werden innerhalb des globalen PIA Netzwerks Synergieeffekte ideal genutzt und das Know-how aller Standorte geteilt. PIA ist ein Zusammenschluss von zielstrebigen und projektorientierten Kompetenzzentren, das als funktionierende Einheit global agiert. Nur so schaffen wir es beispielsweise, für unsere Kunden eine weltweite Servicegarantie abzugeben.