PIAs intelligentes Softwareframework

Veröffentlicht am Mar 15, 2019
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In Bad Neustadt wird mit "PIA Smart.LV 2.0" ein intelligentes Softwareframework für industrielle Test- und Automatisierungsapplikationen entwickelt. Konkret geht es dabei um ein Framework zur komfortablen Programmierung von Endprüfplätzen, sogenannten EOL-Testern (End-Of-Line). Martin Krönung ist Department Head der Abteilung "Software Engineering 2". Er berichtet, was hinter der Software steckt und welche Vorteile die Kunden daraus ziehen können.

Was verbirgt sich hinter "PIA Smart.LV 2.0"?

Der Name "Smart" steht sowohl für „intelligent/schlau“, als auch für den Ausdruck "Softwareframework for Measurement, Automation, Robotcontrol and Test". Seit zwei Jahrzenten programmieren wir EOL-Tester mit LabVIEW (LV) von National Instruments (NI). Bei dieser Programmierentwicklungsumgebung handelt es sich um eine graphische Sprache, deren Stärken unter anderem in der Einbindung und Programmierung von Messhardware liegen. Als Silver Alliance Partner von NI konnten wir mit LabVIEW sehr viel Know-how sammeln, was die Entwicklung von PIA Smart.LV 2.0 maßgeblich geprägt hat. Unser Softwareframework besteht aus Einzelmodulen zur Ansteuerung verschiedenster Hardwarekomponenten, welche zur Programmlaufzeit objektorientiert dynamisch geladen werden. Zudem können diese Module untereinander über sogenannte Plug-Ins kommunizieren. In einem textuellen Sequenzer finden dann die Verknüpfungen statt. Die Einzelobjekte setzen sich aus verschiedenen Ebenen zusammen, von Hardware- bis HMI-Ebene.

Wo liegt der Vorteil dieses Softwareframeworks?

PIA Smart.LV 2.0 nutzt als Betriebssystem einen Industrie-PC mit Windows 10. Die HMI hat immer das gleiche Look and Feel. Durch die verschiedenen Objektebenen lassen sich Hardwarekomponenten flexibel tauschen oder erweitern, je nach Anwendungsfall und Kundenwunsch. Die Bedienung und Programmierung bleibt die gleiche, egal ob beispielsweise ein Linearantrieb von Lieferant A oder Lieferant B zum Einsatz kommt. Zudem sind wir nicht auf bestimmte Kommunikationsmedien und Protokolle beschränkt. Der Programmieraufwand wird dadurch reduziert. Gerade im Bereich des EOL-Tests gilt es, an der einen oder anderen Stelle Erfahrungen mit neuen Produkten bzgl. den Prüfabläufen zu sammeln. Mit PIA Smart.LV 2.0 ist es nun möglich, dass Prüfabläufe auch durch den Kunden verändert werden. Parametrierungen und Konfigurationen werden dabei direkt im Framework umgesetzt. Für grundlegende Ablaufänderungen steht der Sequenzer mit ua. Step-Funktionalität, Liveanzeige der Variablen sowie Live-Debug-Funktion zur Verfügung.

Martin Krönung (PIA Bad Neustadt)

"Mit PIA Smart.LV sind wir flexibel für zukünftige Technologien aufgestellt."

Sind weitere Features geplant?

Ja! Wir haben bereits in vielen Fällen eine Soft-SPS mit an Bord. Diese nutzen wir bislang aber nur auf der untersten Ebene für digitale Ein- und Ausgänge. Weiters arbeiten wir stetig – in Kooperation mit Universitäten – an diversen Themen wie zum Beispiel Konnektivität bei IIoT-Plattformen, Industrie 4.0 Konzepten oder Schnittstellenlösungen mittels OPC-UA.

PIA Smart.LV 2.0 und Industrie 4.0: Passt das zusammen?

Durch die zunehmende Komplexität der Produkte und den Anforderungen an Industrie 4.0 sind wir mit einer PC-basierenden Lösung optimal aufgestellt. Daher lautet auch hier die Antwort: Ja! Beispielsweise haben wir kürzlich zwei Universal-Roboterprüfzellen für die Laboratorien eines Kunden fertiggestellt. Eine Zelle steht in Deutschland, die andere in China, und beide sind miteinander vernetzt. Mittels PIA Smart.LV 2.0 ist es möglich, präzise Roboterabläufe in Deutschland einzurichten und auf die Maschine nach China, runter bis in die Robotersteuerung, zu transferieren. Dort kann der Ablauf direkt zum Prüfen durchlaufen werden.