Der CEO im Gespräch

Veröffentlicht am Jul 1, 2019
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Johannes Linden, CEO der PIA Automation Gruppe, im Gespräch über Märkte, Wachstum und PIAs Zukunft.

Immer mehr Automobilhersteller setzen auf E-Mobility. Für PIA, dem Experten für Powertrain-Produktionssysteme, ein Risiko oder eine Chance?

Johannes Linden: E-Mobility ist für PIA ein riesiger zusätzlicher Markt, da die Hersteller nun Produktionsanlagen für klassische, hybride UND E-Fahrzeuge benötigen. Und PIA kann all diese Bereiche bedienen – und tut das bereits sehr erfolgreich.

Worin liegt konkret die "E-Expertise" von PIA?

Johannes Linden: PIA ist Experte für Montagetechnologien für Antriebssysteme, Leistungselektronik und Energiespeichersysteme.

Kann man also sagen, PIA ist ein wichtiger "Enabler" für dieses Zukunftsthema?

Johannes Linden: Ja, denn ohne die Fertigungsanlagen von PIA kein E-Antrieb. Oder anders formuliert: We automate your e-world.

PIAs E-Expertise

  • Antriebssysteme: E-Motor und -system, aber auch elektrisch angetriebene Nebenaggregate wie zB. Kompressoren und Pumpen
  • Leistungselektronik: Battery-Management-Systeme, Wechselvorrichtung etc.
  • Energy-Storage-Systeme: Zell-/Modul-/Packmontage und ergänzende Aggregate (zB. Thermomanagement)

Ebenfalls in aller Munde: "Autonomes Fahren" und "Assistenzsysteme". Was bietet hier PIA seinen Kunden an?

Johannes Linden: Gerade bei Fahrerassistenz- und Steuerungssystemen ist die störungsfreie Funktion lebenswichtig. Die langjährige Erfahrung von PIA in den Bereichen Automotive-Safety, der Elektronikfertigung und der Medizintechnik helfen uns dabei, die hohen Anforderungen an die Produkte zu erfüllen. Hier stellen wir mit unseren Automatisierungsmodulen die perfekte Basis für serientaugliche Produkte wie zB. Radarsensoren oder Kamerasysteme.

China gilt als der automotive Zukunftsmarkt. Welche Strategie verfolgt hier PIA?

Johannes Linden: Wir wollen unsere Kompetenzen am weltweit größten Markt umfänglich zur Geltung bringen. In China haben wird aktuell bereits die höchsten Zuwachsraten, obwohl PIA mit Ningbo nur einen Standort hat. PIA Ningbo ist erst vor kurzem in ein größeres, modernes Gebäude umgezogen, um mit den stark steigenden Mitarbeiterzahlen mithalten zu können. Um das Marktpotenzial – das wir für alle "Verticals" (Automotive, Consumer, Medical) sehen – voll ausschöpfen zu können, wurde Anfang 2019 eine zweite Produktionsstätte in Suzhou eröffnet. Aber wir sind noch lange nicht am Ende: Weitere Expansionsschritte sind geplant, die federführend von Shilai Xie, unserem Chief Chinese Officer, umgesetzt werden.

Abseits von China: Gibt es weitere Märkte, die für PIA spannend sind?

Johannes Linden: Besonders hohes Zukunftspotential sehen wir in Mexiko, da zahlreiche Automobilhersteller und Zulieferer hier neue Fabriken bauen oder ihre Werke erweitern. Der Boom der Branche führt allerdings auch zu Problemen: In Mexiko gibt es zu wenige Facharbeiter und die lokalen Zulieferer können mit dem Tempo der Autokonzerne kaum mithalten. Vielen Firmen fehlt das technologische und Produkt-Know-how, die moderne Fahrzeugplattformen erfordern. All das führt zu einer potenziellen Chance für PIA in Mexiko.

Das Branchenspektrum von PIA umspannt auch Industrie- und Konsumgüter sowie Health Care. In welcher dieser Branchen gibt es die spannendsten Entwicklungen?

Johannes Linden: Alle genannten Bereiche interessieren uns – weil sie einerseits zukunftsträchtig (weil wachsend) sind, aber auch weil sie unterschiedliche Zyklizitäten haben. Aber allen gemein ist, dass wir mit „PIA 4.0“ jedem Kunden – unabhängig von der Branche – helfen können, seine Produktivität zu steigern.

Johannes Linden (CEO, PIA Automation)

"Mit PIA 4.0 können wir jedem Kunden helfen, seine Produktivität zu steigern."

Wie reagiert PIA darauf?

Johannes Linden: Wir bilden ein agiles PIA 4.0-Team, welches standortübergreifend die Auswertung ("Dashboarding") und die Analyse von Produktionsdaten weiter treibt und die resultierenden Produkte vermarktet. Claude Eisenmann als Chief Digital Officer leitet und verantwortet dieses Team, auf das wir stolz sein können.

PIA im Jahr 2029. Was werden die wesentlichsten Entwicklungen bzw. Veränderungen sein?

Johannes Linden: Ich erwarte ein ausgeglichenes Volumen bei PIA in Nordamerika, Europa und Asien und einen viel größeren Anteil unseres Service- und PIA 4.0-Geschäfts am Umsatz. Und was sich nicht verändern, sondern gleich bleiben soll, ist unsere super Mannschaft hier bei PIA!