Der CEO im Gespräch

Veröffentlicht am Feb 3, 2021
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Johannes Linden, CEO der PIA Automation Gruppe, im Gespräch über ein Ausnahmejahr und sein Ausblick auf 2021.

 

Wie haben Sie 2020 erlebt?

Johannes Linden: Turbulent, herausfordernd, unsicher. Diese Worte beschreiben 2020 wohl am besten. Die für PIA prägendsten Einflüsse begannen aber schon davor: Seit 2018 befindet sich die Automobilbranche in einer Krise, die durch politisch aufoktroyierte technologische Veränderungen (Stichwort: E-Mobilität) weiter angefeuert wurde. Und dann kam das Virus. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigten eine unterschiedliche geografische Ausprägung: In China war der negative Konjunkturzyklus zwar heftig, aber dafür nur kurz. Danach ging es wieder steil nach oben. Nur wenige negative Veränderungen zeigten sich in Nordamerika, wo das Geschäft trotz Pandemie stabil blieb. Wirtschaftlich am stärksten getroffen wurden unsere Standorte in Europa, da sie zusätzlich zum schwächelnden Automobilmarkt nun auch noch mit dem Virus zu kämpfen hatten.

Was waren Ihre Highlights im vergangenen Jahr?

Johannes Linden: Standhaft, flexibel, zukunftsorientiert. So haben wir bei PIA auf die Krise reagiert – und diese Worte spiegeln sich auch in meinen Highlights wider: Mit Herz, Mut und einer gewaltigen Portion Teamspirit haben wir die Entwicklung und den Bau unserer Maskenproduktionsanlagen in Angriff genommen. Durch den Beitrag und Einsatz der gesamten PIA Gruppe erreichten wir hier einen sehenswerten Erfolg. Die erfolgreiche standortübergreifende Kooperation zeigt sich mittlerweile in vielen Projekten – hier seien beispielsweise die nordamerikanischen Projekte mit namhaften Automobilzulieferern zu nennen. Unsere Strategie, globale Kunden aus dem Netzwerk heraus zu bedienen, geht voll auf.

Johannes Linden (CEO, PIA Automation)

"Standhaft, flexibel, zukunftsorientiert. So haben wir bei PIA auf die Krise reagiert."

Welche Themen werden PIA 2021 beschäftigen?

Johannes Linden: Zunächst muss man festhalten, dass bereits ein Silberstreif am Horizont erkennbar ist. Aber es wird noch etwas dauern, bis sich die Weltwirtschaft endgültig stabilisiert. 2021 müssen wir den Fokus v.a. auf folgende Themen setzen:

  • E-Mobilität: Wenn bei manchen noch Restzweifel an der Relevanz dieses Themas bestanden, sind diese mittlerweile verflogen. In Deutschland werden beispielsweise derzeit viele Batteriezellfabriken gebaut – das birgt eine große Chance für PIA, da auch Fahrzeuge für diese Akkus gebaut werden müssen.
  • Healthcare & Konsumgüter: Die aktuelle Wirtschaftskrise hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, als Unternehmensgruppe thematisch breit aufgestellt zu sein. Gerade mit unseren Maskenproduktionsanlagen haben wir einen globalen Fußabdruck hinterlassen.
  • Service & Digitalisierung: Beides Themen, die krisenresistent und damit sehr wichtig für uns sind. In diesen Bereichen wollen wir weiter stark wachsen und unser Portfolio ausbauen.